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6 Feet Under

Soloperformance in Zusammenarbeit mit posttheater

  • 6 Feet Under (c) Hiroko Tanahasi

Performance in Zusammenarbeit mit Max Schumacher und Hiroko Tanahashi von posttheater.

In Maren Stracks Performance „6 Feet Under“ geht es der Künstlerin um ihr persönliches Verhältnis zum Wilden Westen. Dafür eignete sie sich die Kunst des Peitschenschlagens an und macht diese zum Kern ihrer Choreographie. Ausgangspunkt ist eine Geschichte aus Maren Stracks Biographie und der Mythos von Calamity Jane, die als einziger weiblicher Cowboy berühmt wurde. War Maren Strack in einem früheren Leben ein Cowboy?

Zwischen dem Thema der Calamity Jane und dem physikalischen Phänomen des Überschallknalls ergeben sich erstaunliche Schnittpunkte: Verkürzt könnte man sagen, dass Calamity Jane's Peitschenknallen den Knall eines Knalles beim Durchbrechen der Schallmauer verursacht. Das Phänomen der Schallmauer wurde Jahrtausende lang unerklärt genutzt. Erst als es ein Problem für die Aviation wurde, wurde es genauer erforscht. Die beiden Protagonisten in „6 Feet Under“, der weibliche Cowboy Calamity Jane und der Physiker Ernst Mach, profitierten beide vom Überschallknall: die eine als Bull-Whaker, der andere als Entdecker.

An der Grenze zwischen Skulptur und Tanz präsentiert Maren Strack eine zum Teil „archäologische“ Arbeit, bei der sie sich selbst und die Geschichte ihrer Vorfahren ausgräbt. Maren Stracks Ururgroßvater mütterlicherseits war irischer Landarbeiter, der 1870 über Cork nach Boston auswanderte. Er lernte in Boston die Tochter deutscher Einwanderer kennen. Sie wollten heiraten, doch ihre Eltern akzeptierten den katholischen Gatten nicht. Darum zog das junge Paar in den Wilden Westen, nach Deadwood, South Dakota. In dem Städtchen arbeitete damals Calamity Jane, der berühmte weibliche Cowboy, als Bull-Whacker und Barkeeper. Es ist nicht überliefert, ob Marens Ururgroßeltern mit Calamity Jane in Kontakt waren. Es ist wahrscheinlich, denn es gab in dem Ort nur einen einzigen Saloon. Maren Stracks Ururgroßvater starb früh an Zigaretten und Whisky. Er hinterließ einen unehelichen Sohn, mit dem die junge Witwe aus der Wüste von South Dakota zurück zu ihrer Großmutter nach Niedersachsen zog.

Ausgehend von diesen Figuren hat Maren Strack die Show „6 Feet Underr“ konzipiert. Verschiedene Epochen treffen aufeinander: „Der Überschallknall der Peitsche am Ohr der Ochsen trieb die Planwagenzüge gen Westen. Sie ermöglichten den Bau der Eisenbahn. Die Eisenbahn etablierte die Normalität der Fernreisen - sie ermöglichte die Logik der weltweiten Flugreisen. Im Falle der Concord wird der Überschallknall zum sichtbaren Objekt. Beim Bulltrain ist der Knall der Grund für die Bewegung, bei der Concord ist die Bewegung der Grund für den Knall.“ (Max Schumacher)

„Es ist mir oft ein Rätsel, wie ich trotz meines Temperamentes einen so langsamen, langweiligen Beruf wie den des Bullwhakers ergreifen konnte. Ein Bulltrain kam nie mehr als 7 Meilen pro Tag voran, und unsere Fahrten führten durch die vollkommen platte Prärie, in die wir zwei Tagesreisen weit gucken konnten. Manche sagen, dass ich es als Einnahmequelle betrachtete und daher ertrug. Andere sagen, dass ich auf den Reisen mein Interesse an Männern ausleben konnte. Kaum einer kommt auf die Idee, dass mir das Geschichtenerzählen so viel Spass gemacht hat. Die Leute sagten über mich, dass ich mit meiner Peitsche so gut um mich schlagen konnte wie mit meiner Stimme.“(Calamity Jane in „6 Feet Under“)

Maren Strack tanzt mit dem Objekt und Motiv Peitsche. Die Peitsche ist Erweiterung des Körpers, Kommunikationsmittel in Überschallgeschwindigkeit, gefährliche Waffe, Werkzeug, Schlange - der Bedienerin eigen und fremd. Das Bewegungsrepertoire ist nicht nur von den Peitschtechniken inspiriert, sondern auch vom Genre des Square Dance, dem klassischen Tanz des Wilden Westens. Maren Strack bespielt eine Videoinstallation mit digitalen Animationen der japanischen Medienkünstlerin Hiroko Tanahashi. Dabei interagiert die Choreographie von Strack mit den animierten Motiven von Tanahashi. Folgen die Bewegungen der Performerin den Projektionen oder verhält es sich andersherum?

In der Installation und Performance „6 Feet Under“ verschmelzen die Grenzen zwischen Video- und Bühnenbild. Die Sandoberfläche ist Schnittstelle zwischen Realtität und Fiktion, einer angeblichen Vergangenheit und der präsentierten Wirklichkeit des Performance-Moments.

 

Trailer

Genre

Performance, Open Air

Kontakt

Maren Strack
Sandseestr. 3
16547 Birkenwerder
Tel.: 03303/59 61 744
Mail: post (hello@spam.com) maren-strack.de
Web: www.maren-strack.de

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14467 Potsdam
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